Donnerstag, 29. Dezember 2011

Meine Favoriten - SchülerInnen entdecken Kunst in Hildesheim

Schul-AG in Kooperation mit der Oskar-Schindler-Gesamtschule, Hildesheim für SchülerInnen der 5. und 6. Klasse



Was für Kunst gefällt mir? Wie kann ich Kunstwerke erforschen und was Anderen darüber berichten?

Im Rahmen der wöchentlich stattfindenden AG werden "Orte der Kunst " in Hildesheim besucht: Kunst im öffentlichen Raum, der Kunstverein im Kehrwiederturm, die Galerie im Stammelbachspeicher, die Via 113...

Vor Ort wird die Kunst mit verschiedenen Methoden erforscht. Das kann z.B. bedeuten: eine passende Bewegung zu einem Kunstwerk zu erfinden, Interviews zu führen, in denen Fragen an das Kunstwerk gestellt werden und Antwortmöglichkeiten aus Sicht des Kunstwerks gesammelt werden oder die Wahrnehmung zu verändern: Wie wirkt das Kunstwerk, wenn ich beim Betrachten meine Lieblingsmusik höre oder wie wirkt es wenn ich mich davor auf den Boden lege?

Die TeilnehmerInnen der Ag besuchten unter anderem die Ausstellung "Der Turm" von Johannes Vogl im Kunstverein Hildesheim. (http://www.kunstverein-hildesheim.de/)

In Kooperation mit dem Lese- und Schreibförderzentrum der Universität Hildesheim (http://www.uni-hildesheim.de/index.php?id=leseschreibzentrum) erarbeiteten Lehramtsstudentinnen Schreibspiele zu der Ausstellung.

Die SchülerInnen schrieben Rondelle (Gedichtform) als Reaktion auf die Installation des Künstlers Johannes Vogl.

Das Rondell ist ein Gedicht mit einer besonderen Form: bestimmte Zeilen wiederholen sich, man kehrt an den Ursprung zurück.

Schreibauftrag:

1. Zeile: Das Thema deines Gedichts.

2. Zeile: Wie wirkt der Turm von draußen?

3. Zeile: Beschreibe eine Eigenschaft der Rohre.

4. Zeile: Wiederholung der 1. Zeile.

5. Zeile: Beschreibe eine weitere Eigenschaft der Rohre.

6. Zeile: Wie wirkt der Raum auf dich?

7. Zeile: Wiederholung der 1. Zeile.

8. Zeile: Wiederholung der 2. Zeile.





Der alte Turm
Von draußen ist der Turm alt und schwarz
Die Rohre sind groß und grau
Der alte Turm
Sie sind immer voller Nebel
Die Räume sind weiß und leer
Der alte Turm
Von draußen ist der Turm alt und schwarz



Böser Turm
Der Turm wirkt böse auf mich
Die Rohre sind cool
Böser Turm
Die Rohre sind glatt
Der Raum wirkt auf mich, als wenn ich im Gefängnis bin
Böser Turm
Der Turm wirkt böse auf mich




Der alte Turm
Von draußen ist er wie ein Kirchturm
Leitung von dem Nebel
Der alte Turm
Leitung von dem Nebel
Sehr kalt
Der alte Turm
Von draußen ist er wie ein Kirchturm




Die Fabrik
Sehr alt
Die Fabrik
Die Röhre ist aus Eisen
Sehr kalt
Die Fabrik
Sehr alt




Der rauchende Kehrwieder
Cool, wenn er raucht
Nebel zischt durch die Rohre
Der rauchende Kehrwieder
Die Rohre hängen sehr tief
Sehr kalt und weiß
Der rauchende Kehrwieder
Cool, wenn er raucht




Sonntag, 7. August 2011

GESCHENKT


Vom 9. bis 13. August 2011 lädt Kunstaufstieg Jugendliche ein, sich auf künstlerische Weise mit dem Thema "Schenken" zu beschäftigen.
Dieses Projekt findet ausgehend von der Veranstaltung "Über|Gabe" des Kunstvereins Hildesheim statt.
Prozesse und Ergebnisse der kommenden Projektwoche werden hier gezeigt werden.

Tag 1:
Mögliche Reaktionen auf Geschenke:

Sonntag, 10. Juli 2011

Kunstverein trifft Klinik

Die KulturStation zu Gast in der Ausstellung "Der Turm" - Ausflug und künstlerischer Workshop mit PatientInnen und MitarbeiterInnen des AMEOS Klinikums Hildesheim

Die KulturStation ist ein neues Kunst- und Kulturprogramm für PatientInnen, MitarbeiterInnen und interessierte BesucherInnen am AMEOS Klinikum in Zusammenarbeit mit dem center for lifelong learning der Universität Hildesheim.

Im Rahmen der KulturStation findet 2011 eine künstlerische Workshopreihe im AMEOS Klinikum statt.http://www.kulturstation-hildesheim.de/praxis/wsreihe2011.html#ws1

Den Auftakt machte ein Workshop in Zusammenarbeit mit dem Kunstverein Hildesheim zur Ausstellung „Der Turm“ des Künstlers Johannes Vogl (13.05. bis 03.07.2011 im Kehrwiederturm).

Eine Gruppe MitarbeiterInnen und eine Gruppe PatientInnen machten eine Exkursion in den Kehrwiederturm und erkundeten die Ausstellung „Der Turm“ von Johannes Vogl.

Ausgehend von den dort gesammelten Eindrücken entwickelten die TeilnehmerInnen in Innenhöfen des AMEOS Klinikums eigene ortsbezogene Objekte und künstlerische Reaktionen auf das Gesehene.

Leitung: Maralena Schmidt und Anna-Lisa Bister (KulturStation)


Samstag, 7. Mai 2011

Was ist Kunstaufstieg?

Seit 2010 hat der Kunstverein Hildesheim ein eigenständiges Vermittlungsprojekt: KUNSTAUFSTIEG. Der Titel spielt mit der Tatsache, dass der Kunstverein einen mittelalterlichen Wehrturm als Ausstellungsort nutzt und hier die Kunst über mehrere Etagen im wahrsten Sinne des Wortes „erstiegen“ werden muss.
Kunstaufstieg bietet verschiedene Formate zeitgenössischer Kunstvermittlung an, die zum Teil inhaltlich von der jeweiligen Ausstellung ausgehen, zum Teil aber auch unter eigens gesetzten Fragestellungen und inhaltlichen Schwerpunkten die Ausstellungen untersuchen. Ziel ist es mit den TeilnehmerInnen persönliche Bezüge zu zeitgenössischer Kunst zu suchen, individuelle Sichtweisen und Meinungen zu fördern, Reaktionen auf Kunstwerke hervorzubringen und darüber in einen Dialog zu treten.
Das kann bedeuten:
-die Betrachtersituation zu verändern: mit geschlossenen Augen eine Arbeit beschrieben bekommen, bevor man sie sieht, im Ausstellungsraum Aufwärmübungen machen, Musik hören, an der Kunst riechen, den Raum verändern...
-eine Reaktion auf das Gesehene in eine sichtbare Form bringen: eine körperliche Haltung einnehmen, sich zu einer Arbeit körperlich positionieren, eine Zeichnung, eine Notiz, eine Collage anfertigen, eine performative Handlung zu/vor der Arbeit entwickeln.
-etwas herausfinden über die Arbeit, die Kunst in einem Interview befragen, Andere dazu befragen, recherchieren...

In diesem Blog werden die Einzelprojekte dokumentiert, aus Sicht der Kunstvermittlerinnen und auch aus Sicht der TeilnehmerInnen.

Donnerstag, 10. Februar 2011

Montag, 15. November 2010

Drei Geschichten zum "Altar" der Künstlerin Nina Radelfahr

Besuch der Ausstellung "ExAngel" am 12. November 2010


Ein schwarzes, glänzendes Sechseck verhüllt den Altar. Die Seite zum Kirchenraum wird durch eine Öffnung, in Form eines auf der Spitze stehenden Diamanten unterbrochen.
Schwaches Licht scheint von unten in der Öffnung. Von weitem erscheint es weiß-grau.
Bei naher Betrachtung sehe ich die roten Kiemen von großen Fischen, hinter der Scheibe.
Auf dem Sechseck stehen drei Glasbehälter, die nach oben rund sind und unten offen.
Sie verhüllen "Wirbel"? in weiß. Aus Deiner Tiefe kommt das Licht.
Wir filtern unsere Eindrücke, Erlebnisse und stärken unseren Rücken, aufrechter Gang
(Marita)

Ein Schatz, ein Diamant - wie treffend ist deine Beschreibung - ein Geheimnis leuchtet auf im schwarzen, glänzenden Sarkophag. Aus der Ferne lenkt mich der Gekreuzigte hinter dieser schlichten, auf das Wesentliche reduzierten Form ab. Mir kommt das Kind in den Sinn, aus muslimischer Familie, das in der bayerischen Grundschule weinte und bestraft wurde, wenn es sich nicht dem Kruzifix beim Morgengebet zuwandte.
Schwarz, lichtgrau, glasglänzend - ohne Farbe, ohne leben bleibt der gestaltete Raum und drängt mich mehr zu suchen. Die Spitze des Diamanten, der sparsame Lichtschein muss doch einen Ein-Blick geben! Wenige Schritte und du siehst kunstvolle, violett-rote Rosetten, wie feine Fasern, als bewegten sie sich im Wasser des Ozeans, verkieren sich in den dunklen Ecken des Raums. Unter dem Glas, ausgebleicht, starr mahnt: Leben ist endlich, winzig in Raum und Zeit. Und der Gekreuzigte ist kein Lebensdokument. (?)
(Irma)


Es war ein weiter Weg den sie ging, ohne das Ziel zu kennen. Endlich und doch ganz unvermutet steht sie davor und hält inne: 10 m vor ihr, groß, schwarz, glänzend, abgegrenzt, fremd, nicht von dieser Welt - unversehrt hier gelandet, ganz still, schwarz und schön.
Ein Diamant-Fenster mit blauem Schein lockt sie wie ein Mund, drei Glaskuppeln wie Augen oder nichtirdische Sinne beobachten sie. Ihr Herz klopft, Angst, Erwartung - sie tritt näher und ist berührt von rosa aufgefächerter unirdisch schöner Blüten auf dem dunklen Grund eines tiefen Meeres. Zutritt verboten - fass es nicht an! - wertvoll - teuer und unendlich schön.
Edel und kalt und die Sehnsucht nach vollkommener Schönheit, zum Greifen nah und doch unerreichbar, tut fast weh.
Als sie die leichte Faszination des Bösen ahnt, löst sie sich und findet wieder ihren eigenen Weg.
(Brigitte)

Donnerstag, 30. September 2010

Was würdest du tun, wenn es dein Turm wäre?

Unter diesem Motto untersuchte am 25. September 2010, ein Team von Kunstvermittlerinnen und Jugendlichen den Kehrwiederturm in Hildesheim und entwickelte künstlerische Eingriffe in den Räumen des Turms.




Bei der Präsentation der Ergebnisse, am 26. September 2010, wurden die BesucherInnen aufgefordert, Orte im Turm zu markieren, an denen sie sich besonders wohl fühlten und solche an denen sie sich weniger oder gar nicht wohl fühlten. Diese Untersuchung wurde zum Abschluss ausgewertet.


Ausgewählte Gegenstände waren im Turm platziert und auf beiliegendem Zettel notierten die BesucherInnen ihre Assoziationen dazu. Am Tag zuvor waren diese Gegenstände in kurzen Performances benutzt und in Bezug zu den Räumen im Turm gesetzt worden.


In kurzen Videosequenzen beschrieben Jugendliche und Vermittlerinnen ihre Ideen zu einer Umnutzung des Turms und die BesucherInnen konnten selbst ihr persönliches Video-Statement hinterlassen.




Vielen Dank an die Teilnehmerinnen und BesucherInnen!

Text: Maralena Schmidt